Künstlerischer Nachlass Alexander Hässners soll in Güstrow bleiben

Von Sabine Moritz (Mitglied SPD-Fraktion):

Die Witwe des Künstlers Alexander Hässner hat dem Kulturausschuss die Anfrage unterbreitet, den Nachlass ihres Mannes der Stadt Güstrow zu schenken.

Da ich neben der SPD Fraktion im Stadtparlament auch Mitglied des Kulturausschusses bin, habe ich in der letzten Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag zur Annahme der Schenkung eingebracht. Dieser wurde in den Kulturausschuss verwiesen und wird dort in der nächsten Sitzung am 4. Juni öffentlich diskutiert! Ich kenne Alexander Hässner seit den siebziger Jahren, jener Zeit, als man ihm das Turmatelier im Schloss herrichten ließ. Bereits in jenen Jahren war er von der heimtückischen Krankheit MS, Multiple Sklerose, gezeichnet. 1985 verlagerte sich sein Lebensmittelpunkt nach Klueß in die Anhöhe 3.

Hässner, 1943 in Chemmnitz geboren, studierte von 1960 bis 1966 Musik und Pädagogik, war auch Lehrer und absolvierte abermals von 1973 bis 1978 ein Studium und Diplom an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee, u.a. bei Prof. W. Womacka und H. Tessmer. Von 1978 bis 1985 war er in Güstrow als freischaffender Maler und Zeichner tätig. Umfangreich ist das künstlerische Oevre welches er hinterlässt und seine Witwe Ingrid nun der Stadt Güstrow schenken will. Es umfasst Handzeichnungen Collagen, Radierungen und Gemälde in Öl und Tempera als auch Skulpturen in Glas und Edelstahl geformt. Die „Dreieinigkeit“ und die „Mesalliance“ , die man hinter dem Cafe Hahn und dem Weg Achtern Dom anschauen kann, befinden sich bereits im Besitz der Stadt Güstrow.

Auf etlichen seiner Arbeiten sind Ansichten Güstrows und der Umgebung zu sehen. Vier Bilder befinden sich bereits im Kunstarchiv der DDR in Beeskow als Landeskulturbesitz Mecklenburg – Vorpommern; darunter drei Ansichten unserer Stadt. Also auch eine Art Zeitgeschichte! Neben zahlreichen Ausstellungen in Deutschland waren im Museum der Stadt Güstrow, der Uwe Johnson-Bibliothek, der städtischen Galerie Wollhalle und der Ernst Barlach Gedenkstätte am Heidberg, Einzelausstellungen Alexander Hässners zu sehen! Biografische Skizzen und 99 Zeichnungen sind im Buch: „Auf nach Florida“ enthalten, Zeichnungen, die er mit letzter Kraft fertigte.

Im Jahre 2010, Alexander Hässner hatte mich darum gebeten, durfte ich mit einführenden Worten die zahlreich erschienenen Gäste in der Wollhalle zur Eröffnung der Ausstellung „Bis zum Tod ist alles Leben“ (Miguel de Cervantes), begrüßen. Es sollte seine letzte Ausstellung gewesen sein. Schön, dass sie gerade hier in Güstrow, gezeigt werden konnte. Den gleichnamigen Katalog und das Buch „Auf nach Florida“ kann man sich in der Güstrower Bibliothek ausleihen!

Mit der Zustimmung zur Annahme des künstlerischen Nachlasses würden die Abgeordneten des politischen Parlaments ein positives Zeichen setzen, da diese Übergabe sicher nicht die letzte sein wird.

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